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ATIs Geschichte von Mach bis Radeon

Nunmehr 23 Jahre zu erzählen


128 Bit GPU Rage128

ATIs Geschichte von Mach bis RadeonAnfang 1999 gesellte sich ein neues Modell in das Angebot der Kanadier: Die Rage 128 ist der erste DirectX 6.0 / OpenGL 1.2 Chip sowie die erste GPU mit zwei Pixel-Pipelines aus Markham, zugleich ließ man mit dieser Karte das Prefix "3D" wegfallen. Leistungsfähig zu Release auf Höhe der Zeit, verhinderten abermals die Treiber ein gutes Abschneiden. Die 103 / 103 MHz getaktete Karte verfügt über bis zu 32MB SD-RAM, die Fertigung der 8 Millionen Transistoren starken GPU erfolgte in 250nm (0.206 GPixel/s und 1.65GB/s).

Rage FuryDebütiert hat die Rage 128 unter dem Namen Rage 128 GL in Anlehnung an OpenGL, die damals favorisierte Grafikschnittstelle für anspruchsvolle Ego-Shooter. Man muss der Rage 128 freilich die gesteigerte OpenGL Leistung anerkennen, doch konkurrenzfähig sieht anders aus. Mit der Rage 128 VR (0.180 GPixel/s sowie 0.72GB/s) begann das "Elend" der ersten Low-Cost Modelle, die durch das Speicherinterface begrenzt wurden. Während die GPU über ein 128 Bit Design verfügt - Rage 128 - beträgt das Speicherinterface bei der Rage 128 VR nur 64 Bit, das der GL ist 128 Bit breit. Vermarktet wurden die Modelle unter klangvollen Namen wie Rage Fury oder Magnum, später auch Xpert 2000 (Rage 128 VR).
Wie auch bei der 3D Rage Pro gibt es von der Rage 128 eine Mobility-Version. Dieser ist auch wie der Rage 128 gleich, dass anders als damals noch üblich kein großer Leistungsunterschied zwischen 16 und 32 Bit Farbtiefe liegt und somit die Rage 128 den Einsatz von 32 Bit forcierte - dies liegt hauptsächlich an der sehr schlechten 16 Bit Leistung, weswegen die Rage 128 in Benchmarks oft das Nachsehen hatte.
Eine weitere Neuerung der Rage 128 ist die "Twin Cache Architecture", zwei 8KB große Zwischenspeicher, in denen Texel bzw. Pixel gespeichert werden.

Als Antwort auf die starke Konkurrenz folgte 1999 die Rage 128 Pro. Wesentlicher Unterschied zur Rage 128 ist die asynchrone Taktung sowie die Taktsteigerung auf 125 MHz Chip- und 143 MHz Speichertakt, die in einer Speicherbandbreite von immerhin knapp 2.3GB/s und einer Füllrate von 0.250GPixel/s resultiert. Doch auch intern wurden Verbesserungen vorgenommen: Eine verbesserte Dreieckseinheit, verbesserte Texturfilterung, Texturkompression, DVI- und AGP 4x-Support sowie der Rage Theater Chip für eine verbesserte Videodarstellung komplettieren die als Rage Xpert 2000 Pro bzw. Rage Fury Pro vermarkteten Karten, mit denen ATI erstmals ein Aufschließen auf die Konkurrenz gelang.

Rage Fury MAXXEnde 1999 taucht die "Morgenröte" am Horizont auf: Aurora. So lautet der Codename der ersten Multiprozessor-Karte von ATI, der Rage Fury MAXX. Basierend auf zwei Rage 128 Pro Chipsätzen mit insgesamt 64MB Speicher und gleicher Taktung von 125 / 143 MHz lieferte die mittels Alternate Frame Rendering (AFR) operierende MAXX ohne CPU-Limitierung besonders in hohen Auflösungen und Detailstufen Leistungen, die bis dahin unbekannt waren, da sie beinahe eine Leistungsverdopplung (0.500 GPixel/s; 2x 2.3GB/s) gegenüber der normalen Rage 128 Pro ermöglicht, berechnet doch jeder Chip abwechselnd einen eigenen Frame.
Doch auch diese Karte sollte ihr Schicksal mit vielen ATI Karten teilen: Schlechte Treiber bzw. fehlende Treiber für Windows 2000 verhinderten einen Markterfolg. Letzteres liegt an der Art und Weise wie ATI die AFR-Technik in die Treiber integriert hat - somit läuft die Rage Fury MAXX lediglich als Single-Chip Karte unter Windows 2000. Zudem war die erste GeForce in greifbarer Nähe und setzte der Rage Fury MAXX wegen ihres fehlenden TnL (Transform and Lightning) den Todesstoß.

Die einzige Rage die heutzutage noch produziert wird, ist die RageXL. Dabei handelt es sich um einen Die-Shrink der 3D Rage Pro. Im Vordergrund stehen eher die gute 2D-Leistung wie auch der niedrige Stromverbrauch und die niedrigen Produktionskosten, als die 3D-Leistung, wird die RageXL auch als ATI ES1000 für Serverboards als Onboardgrafikchip vermarktet und verkauft.

Anfang 2000 gelang ATI mit dem Zukauf von ArtX ein geschickter Coup: Für etwa 400 Millionen US-Dollar stach man sowohl S3 als auch nVidia aus, wobei nicht sicher ist, ob ATI wirklich das höchste Gebot abgegeben hat.
Der Deal beinhaltet die noch recht junge Chipdesignfirma ArtX samt den 70 Mitarbeitern, die erst drei Jahre vorher, 1997, gegründet worden ist. Hauptsächlich bekannt war ArtX durch Projekte wie die Entwicklung der Grafikeinheit des Nintendo 64 - der Grundstein für ATIs erfolgreiche Entwicklungen für Nintendos Gamecube und die Wii.
Doch sollte der Zukauf ATI noch etwas viel größeres bescheren.