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Interview mit Sapphire auf der CeBIT 2009

Fragen über Fragen, aber auch Antworten


Vorwort und Einleitung

Interview mit Sapphire auf der CeBIT 2009Auf der diesjährigen Computer-Messe CeBIT in Hannover haben wir uns mit ATIs derzeit größtem Board-Partner im Grafikkartengeschäft getroffen: Sapphire. Unserer Redaktion ging es in diesem Interview weniger um Spezifikationen oder Einzelheiten aktueller oder kommender Grafik-Generationen - viel mehr wollten wir einen Blick hinter die Kulissen des Unternehmens aus Hongkong werfen und die hauseigene Produktpalette beleuchten. Auch in welche Richtung Sapphire weiterhin gehen will haben wir hinterfragt und zusammen mit Dan Forster (Pressesprecher) sogar einen kleinen Blick in das Jahr 2010 gewagt. So konnten wir auch viele Dinge außerhalb von Taktraten und Transistoren in Erfahrung bringen um euch Sapphire ein Stück näher zubringen.
Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen und freuen uns über eure Meinungen.


Interview

Herr Forster, würden Sie sich unseren Lesern vorstellen?
Mein Name ist Dan Forster, ich bin für die deutsche, österreichische und Schweizer Presse zuständig. Daneben umfasst mein Aufgabengebiet auch Business Development in Ost-Europa.

Wie sehen Sie die Situation von Sapphire in der, man kommt um das Wort kaum noch herum, Finanzkrise?
Es kommt immer auf den Bereich drauf an, in dem man tätig ist. Ich glaube, dass es definitiv Branchen gibt, die sehr hart getroffen sind, auf der anderen Seite sind es doch Luxusgüter und große Anschaffungen, die man als erstes einspart, beispielsweise der nächste Urlaub oder der nächste Autokauf. Natürlich kann sich Sapphire auch nicht den Wirkungen des Marktes entziehen, jedoch spüren wir die Auswirkungen nicht in einem so großen Maße, wie dies etwa die Autobranche tut.
Konträrerweise profitieren wir sogar ein wenig davon, da viele Anwender mehr Zeit daheim verbringen und so sich auch mehr mit eigenem PC oder dem HTPC beschäftigen und die Gunst der Stunde nutzen und angesichts der günstigen Preise zuschlagen.


Steigt die Nachfrage nach den Mid-Range und Low-End Karten und sinkt die Nachfrage nach teureren Karten, oder gibt es anderweitige Bewegungen?
Man kann generell einen Trend feststellen, dass besonders der Mid-Range-Bereich einen starken Zuwachs erhält, doch diesen Trend der Finanzkrise zuzusprechen ist nicht richtig. Vielmehr ist es das Angebot, welches die Anreize deutlich im Preissegment von 50 bis 150 Euro liegen hat. Man bekommt im Vergleich zur letzten Generation für weniger Geld mehr Leistung, sodass es auch mit einer 100 bis 150 Euro teuren Karte heute möglich ist nahezu jedes Spiel in üblichen Einstellungen gut spielen zu können, was vor ein bis zwei Jahren noch undenkbar gewesen wäre (Anm. der Redaktion: Übliche Karten waren vor zwei Jahren etwa eine HD 2600).

Welchem Marktsegment gibt Sapphire als Konsequenz denn zukünftig die größte Bedeutung?
Die Frage lässt sich nicht allgemein beantworten. Wir müssen dabei spezifisch nach der Region unterscheiden. Je länger der PC-Markt in der jeweiligen Region verankert ist, desto mehr sieht man eine Entwicklung zu höherer Nachfrage der Preis-Leistungs-Karten, wie auch der High-End Modellen.
Als Beispiel kann hier der deutsche Markt dienen, der schon recht lange etabliert ist, bei dem das Interesse auch der Massen über die Jahre immer weiter in die Produktmaterie hineingeht. Versierte Nutzer möchten die beste Performance zum besten Preis und dies gelingt zurzeit eben im Bereich von 100 bis 150 Euro am besten. So ist das Interesse an HD 4850 und HD 4670 Karten derzeit sehr hoch, sodass diese Modelle für uns natürlich auch am wichtigsten sind.
Wenn man dagegen noch recht junge Märkte beobachtet, sei es der Mittlere Osten und zum Teil Ost-Europa, offenbart sich ein anderes Bild. Hierbei geht es darum überhaupt einen PC zu haben, sodass man öfter in niedrige Preisregionen kommen, wo wir dann bei 30 bis 50 Dollar liegen.


Vor vier Jahren hatten wir unser letztes Interview geführt. Damals erhielten wir auf die Nachfrage ob eine Zusammenarbeit mit nVidia eine Chance hätte ein "vielleicht". Hat sich daran inzwischen etwas, auch aufgrund der gerade wieder gewonnenen Stärke AMDs, geändert?
Nein, momentan sind wir AMDs größter Partner, die Zusammenarbeit funktioniert sehr, sehr gut, wir sind damit sehr erfolgreich und das wird auch so bleiben. Was die Zukunft bringt müssen wir sehen, aber im Moment ist AMD unser Partner Nr.1.

Immer mehr Konkurrenten betreten den Markt der ATI-basierten Grafikkarten. Früher waren das Namen wie Diamond, ELSA, Connect3D, inzwischen sind auch Größen wie ASUS, MSI, PALIT, Gainward oder aber auch XFX auf den Markt gedrängt, die ihrerseits mit übertakteten und modifizierten Radeons werben. Wie versucht sich Sapphire als alteingesessener hier abzuheben?
Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Der erste Vorteil von Sapphire ist, dass wir eben auf Erfahrungen der letzten Jahre zurückgreifen und diese natürlich auch umsetzen. Das heißt, wenn der Kunde das Feedback gibt, ich habe eine Karte vor 2 Jahren gehabt, die hat mir gefallen, aber..., dann muss dieses Aber natürlich in die Entwicklung mit einfließen.
So müssen beispielsweise Kühlungen natürlich leise und effizient sein, die richtige Balance zählt. Nur leise ist nicht gut, da Kunden dann sich über zu hohe Temperaturen beschweren und nur effizient ist dann natürlich zu laut, das ist der erste Punkt.
Das zweite ist, dass man relativ schnell auf Bewegungen im Markt reagieren muss. Das wäre beispielsweise das Verschwinden des S-VHS-Ausgangs und der Einzug von HDMI und des Display-Ports.
Der zweite Vorteil von Sapphire sind auch so Kleinigkeiten, an die gedacht wird. Abseits der etlichen Eigenentwicklungen und der eigenen Kühlkonzepte schätzen Kunden zum Beispiel, dass den Light-Retail-Karten, wie auch einigen bulk-Versionen, wichtige Adapter beiliegen, diese also nicht nachträglich dazugekauft werden müssen.


Das heißt Sapphire profitiert von den Erfahrungen aus der Vergangenheit, sowie dem guten Image, dass sich Sapphire aufgebaut hat?
Ja, das Image auf der einen Seite und natürlich auch auf den Erfahrungswerten, die zurückgekommen sind, die wir dann wirklich ernst nehmen. Dies ist kein einfacher Schritt, natürlich will der Kunde immer die billigste Karte, mit den neuesten Features, der besten Leistung zum Knauser-Preis. Wir arbeiten daran, Logistik-Wege so zu halten, dass wir Grafikkarten auch zeitnah an den Mann bringen können.