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Interview mit Sapphire auf der CeBIT 2009

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Forsetzung des Interviews

Interview mit Sapphire auf der CeBIT 2009 Mit der Radeon HD 4850 X2 hat Sapphire ein CrossFire-Modell, bei dem man der alleinige Anbieter ist. Sind in Zukunft weitere X2-Modelle geplant und warum gibt es dieses Modell nur von Sapphire, ist dies eine komplette Eigenentwicklung?
Ja, dabei handelt es sich um eine Sapphire eigene Entwicklung, die wir aus dem Grund vorangetrieben haben, da wir auf dem Markt eine Lücke gesehen haben. Wenn man diese Karte preislich und von der Leistung betrachtet, liegt sie, je nach Speicherausstattung, mit 240 Euro bis 270 Euro ein wenig über der HD 4870, dafür erhält der Kunde aber leistungsmäßig absolutes High-End für Monitore im Full-HD-Bereich. Für Monitore geringerer Auflösung ist diese Karte nicht so sehr geeignet, doch mit Qualitätsfeatures liegt Sie oben auf. Dafür setzt sie sich aber preislich sehr stark von der absoluten High-End Karte HD 4870 X2 ab.
Die HD 4850 X2 ist ein schönes Mittelmaß was Leistung und Preis anbelangt für eben jene, denen viel Leistung schon wichtig ist.


Werden wir eine HD 4670 X2 sehen?
Das ist eher unwahrscheinlich, da dieser Leistungs- als auch Preisbereich bereits durch eine Single-Chip Lösung abgedeckt wird, im Gegensatz zur HD 4850 X2, die mit keiner Karte konkurriert. Die bessere Alternative zur HD 4670 X2 wäre wahrscheinlich eine single HD 4870, sodass wir uns hier nicht selbst Konkurrenz machen möchten.

Gerade auch im Hinblick auf die CrossFire und somit auch X2-spezifischen Nachteile, Mikroruckler, um diese nur mal zu nennen?
Nun zu den Mikrorucklern kann ich sagen, dass man bei ATI bemüht ist, diese zu reduzieren. Gerade mit dem letzten Treiber (Anm. der Redaktion: Catalyst 9.2) hat sich die Situation verbessert. Nach meinem Kenntnisstand bin ich zuversichtlich, dass dieses Problem in naher Zukunft komplett behoben sein wird. Es ist ja auch nicht nur dieses Problem, dass zeitnah gelöst werden muss. Wir sind mit dem AMD Treiberteam sehr zufrieden, da dieses sehr schnell auf auftretende Probleme reagiert. Wir merken auch, dass die Gamer-Community in diesem Sinne sehr wenig Geduld hat und auch zurecht, weil wenn ich das Spiel heute kaufe, will ich es auch heute problemlos spielen können und nicht nächste Woche erst. Dabei sind aber nicht nur die Treiberentwickler sondern auch die Spieleentwickler aufgerufen eng zusammen zu arbeiten und Probleme im Vorfeld zu lösen.

Gerade weil es in Zukunft noch mehr X2-Karten geben wird, drängt das Mikroruckler-Problem doch sehr. Wenn bei hohen Auflösungen quasi nur die halbe Leistung zur Verfügung steht, liegt ja der Kauf einer normalen Single-Karte doch nahe?
Das Problem ist sehr anwendungsspezifisch. Zudem ist die Entwicklung ein Lernprozess, wie man so eine Karte optimiert. Mit jeder Treiberversion nehmen die Erfahrungen mit CrossFire zu und deswegen bin ich mir sicher, dass mit der nächsten Grafikkartengeneration von Anfang an, wesentlich weniger Probleme auftreten werden, vor allem auch mit neuen Spielen, da die Entwicklung von Spielen auch ein langer Prozess ist.

Was war ATIs größter Wurf und was der größte Misserfolg?
Erfolgreich sind Karten, die diesen Preis-Leistungs-Punkt treffen. Es ist sehr schwierig den zu planen, weil eine Grafikkarte schon Jahre vorher auf dem Blatt konzipiert wird. Zum richtigen Zeitpunkt mit der richtigen Karte zum angemessenen Preis auf den Markt zu kommen ist zum Teil wirklich Glück, zum Teil eben aber auch eine gewisse hellseherische Fähigkeit. Das Beste was ATI gemacht hat, war der Entschluss auf kleinere Chips zu setzen, die günstiger zu fertigen und leichter zu kühlen sind und wenn mehr Leistung benötigt wird, dies über Multi-GPU zu realisieren. Die HD 4850 und HD 4870 geben dieser Entscheidung mit ihrem Erfolg ja auch recht.
Was ATI gelernt hat, was nicht so optimal war, war die Nutzung nicht offener Standards. So setzt man jetzt auch bei der neuen GPGPU-Technologie auf offene Standards. Generell stellen geschlossene Standards ein Problem dar, da diese sich nicht etablieren können. Die Leute verständigen sich immer auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, damit es für alle funktioniert. Ein Unternehmen, das auf einen geschlossenen Standard setzt muss einen so guten Standard haben, das dieser alle überzeugt oder er wird es nicht schaffen. Bisher war meistens das zweite der Fall.


Ein Blick weiter: Was werden wir 2010 sehen?
Ich glaube, dass der 40nm Prozess sehr viele Veränderungen bringen wird, in dem Sinne, dass wir die Chips kleiner, noch Strom sparender und noch leistungsfähiger machen können, bei gleicher Leistung also weniger verbrauchen. Das der Verbrauchsvorteil zum Teil durch höhere Taktungen wieder wett gemacht wird, ist eine Anforderung des Marktes.
Zudem werden wir weitere Vertiefung der GPGPU-Technologie sehen, wobei ich hier schätze, dass dafür noch etwas mehr Zeit vergehen wird, da die Technologie bisher in den Kinderschuhen steckt. Hier muss erst der Markt analysiert werden, wo das Interesse liegt oder ob sich eine Idee nur auf dem Papier gut anhört.
Das werden die zwei Bereiche sein, in denen wir die meiste Entwicklung sehen werden, zudem auch die Speichertechnologie GDDR5, die uns deutlich mehr Leistung bietet, ohne dabei wesentlich höhere Kosten oder einen spürbar höheren Entwicklungsaufwand nach sich zu ziehen.


Und wie sieht es mit CrossFire aus? Kommen nach den X2-Karten auch X3 oder gar X4-Karten, wie dies die Gerüchteküche uns schon für 2008 prophezeit hat?
Möglich ist das, es kommt aber darauf an, ob es vom Markt gefordert wird. Bei der ganzen Technologie stehen wir noch am Anfang der Entwicklung der Parallelisierung, sodass die Frage ist, ob drei oder vier GPUs wirklich einen spürbaren Vorteil verschaffen können, oder die Lösung des Problems sind. Heute sicher noch nicht, in der Zukunft aber definitiv.

Dann danken wir Ihnen für Ihre Zeit und dieses Interview und wünschen Ihnen und Sapphire weiterhin viel Erfolg.



Falls es noch Fragen oder Anmerkungen bezüglich des Interviews gibt, beantworten wir diese natürlich gerne in diesem Thema.


Veröffentlichung: Montag, 9. März 2009
Autor: Sören Maier