edel-Grafikkarten Radeon HD 5750 L2Pro Edition
feines veredelt...Technische Daten
Die aktuelle Mittelklasse von ATI wird sowohl über die Radeon HD 5750 und die Radeon HD 5770 der HD 5700-Serie abgedeckt. Nicht nur, dass die beiden Karten zur identischen Produktpalette gehören, sie arbeiten mit dem gleichen RV840-Rechenkern, der in modernen 40nm-Strukturbreiten gefertigt wird. Der Value-Chip trumpft mit 1,04 Milliarden Schaltkreisen auf, was ihn komplexer gestaltet als die ehemalige Performance-Spitze der HD 4800-Serie, die über den 956 Millionen schweren RV770-Chip verfügte. Das jetzige Mainstreamkonzept von AMD sieht Unterschiede zwischen der performanteren HD 5770 und der langsameren HD 5750 vor, die mittels eines Lasercuts realisiert werden. Dadurch wird die Verbindung zu einem der zehn SIMD-Blöcke des RV840-Kerns unterbrochen. Die SIMD-Blöcke sind maßgeblich für das Shaderaufgebot verantwortlich, was durch die Minderung in 144-5D Shadereinheiten, 36 Textureinheiten und 16 ROPs resultiert, während die unbeschnittene HD 5770 mit 16 zusätzlichen Shadern- und vier weiteren Textureinheiten auftrumpft. An der Anzahl der ROPs hat die Einschränkung allerdings keine Auswirkungen.
Ansonsten bleibt der Rechenkern ein halber RV870, vollwertiger RV840, der ebenfalls über ein halb so großes Speicherinterface wie die Performance- und High-End Riege der Radeon HD 5800-Serie verfügt. So wird das 128-Bit breite Speicherinterface mittels zweier 64-Bit-Controllern umgesetzt. Auch bei den Taktraten der Radeon HD 5750 wird von ATI schnell auf die Bremse getreten. So agiert der Rechenkern mit 700 MHz, wo hingegen das teurere Pendant der Serie, die Radeon HD 5770, exakt 150 MHz schneller taktet. Beim Grafikspeicher dürfen die Boardpartner von AMD selbst die Bestückung bestimmen. Es gibt Modelle mit 512 oder 1024 MB GDDR5-Speicher, gleich ist allerdings der Takt von effektiven 2.300 MHz.
All dies bringt die Radeon HD 5750 mit 1.008 GFLOPs auf Augenhöhe mit dem HD 4850-Performance-Vorgänger. Eine größere Lücke klafft hingegen bei der Speicherbandbreite, die trotz des halb so breiten Speicherinterfaces zu Gunsten des GDDR5-Speicherausbaus der HD 5750 ausfällt. Schließlich erzielt der neue Mainstreamableger solide 73.660 MB/s, was ihn circa 10.000 MB/s besser positioniert als die Radeon HD 4580.
Neben der Leistungsfähigkeit gilt es auch die software- und hardwareseitige Funktionalität des Chips zu beobachten. Glücklicherweise adaptierte ATI alle typischen Features der HD 5800-Sere auf die Radeon HD 5750. Damit steht dem Mainstreamrechenkern volle Shadermodell 5.0 Funktionalität, was in DX11 und OpenGL 3.2 mündet, zur Verfügung. ATI Eyefinity und ATI Stream Fertigkeiten gehören ebenfalls dazu.
| Name | Radeon HD 5750 | Radeon HD 4770 | Radeon HD 4850 |
|---|---|---|---|
| Chipsatz | RV840 (Juniper Pro) | RV740 | RV770 |
| Transistoren | 1040 Mio. | 826 Mio. | 956 Mio. |
| Fertigung | 40 nm | 40 nm | 55 nm |
| Die-Größe | 166 mm² | 137 mm² | 256 mm² |
| Chiptakt | 700 MHz | 750 MHz | 625 MHz |
| Shadertakt | 700 MHz | 750 MHz | 625 MHz |
| Pixel-Pipelines | - | - | - |
| Shadereinheiten | 144 (5D) | 128 (5D) | 160 (5D) |
| Vertex-Shader | - | - | - |
| Unified-Shader | 720 | 640 | 800 |
| TMUs | 36 | 32 | 40 |
| TAUs | 36 | 32 | 40 |
| ROPs | 16 | 16 | 16 |
| Pixel-Shader Vers. | 5.0 | 4.1 | 4.1 |
| Vertex-Shader Vers. | 5.0 | 4.1 | 4.1 |
| DirectX Vers. | 11 | 10.1 | 10.1 |
| OpenGL Vers. | 4.1 | 3.3 | 3.3 |
| Speichertyp | GDDR5 | GDDR5 | GDDR3 |
| Speichermenge | 512 / 1024 MB | 512 MB | 512 MB |
| Speichertakt | 2300 MHz | 1600 MHz | 993 MHz |
| Speicherinterface | 128 Bit | 128 Bit | 256 Bit |
| GFlop/s | 1008 GFLOP/s | 960 GFLOP/s | 1000 GFLOP/s |
| Pixelfüllrate | 11200 MPix/s | 12000 MPix/s | 10000 MPix/s |
| Texelfüllrate | 25200 MTex/s | 24000 MTex/s | 25000 MTex/s |
| Bandbreite | 73.6 GB/s | 51.2 GB/s | 63.5 GB/s |
| Multi-GPU | CrossFireX | CrossFireX | CrossFireX |
| Interface | PCI-E 2.1 x16 | PCI-E 2.0 x16 | PCI-E 2.0 x16 |
| Stromanschluss | 1x 6-Pin PCI-E | 1x 6-Pin PCI-E | 1x 6-Pin PCI-E |
| Vorstellung | 4. Quartal 2009 | 2. Quartal 2009 | 3. Quartal 2008 |
Der gelungene Stromsparmodus, bekannt als ATI PowerPlay, ist außerdem mit von der Partie und korrigiert laut AMD durch Absenkung der Taktraten auf 157 / 300 MHz für Chip und Speicher den Verbrauch einer Radeon HD 5770 im Idle auf effiziente 16 Watt. Dies ist bei unserem Testkandidaten jedoch nicht der Fall. Auch wenn der Chip von 700 MHz auf 400 MHz heruntergetaktet wird, arbeitet der GDDR5-Speicher ununterbrochen mit 1.150 MHz, was unser Testsystem im Idle noch 161 Watt aus der Leitung ziehen lässt. Zum Vergleich: Das gleiche System mit einer Radeon HD 5770 bleibt acht Watt genügsamer.
Update: (5. Januar 2010) Wie wir auf Nachfrage bei edel-Grafikkarten erfahren haben, kann es durch Knappheit geeigneter Modelle vorkommen, dass für die eigenen Kreationen Grafikkarten als Grundlage genutzt werden, die wie unsere über ineffizientere Stromsparmechanismen verfügen. Prinzipiell sei man jedoch bemüht "richtig" untertaktende Grafikkarten zu einzusetzen.
Am Slotblech des Pixelbeschleunigers finden wir die bekannten Monitorausgänge in Form von 2x DVI, HDMI und DisplayPort, was auch für preisbewusste Multi-Monitoring-Anwender sympathisch klingen dürfte. Unser Testkandidat stammt ursprünglich von VTX3D und basiert auf einer etwas der Referenz abweichenden Platine mit PCI-Express 2.1 Interface. Die eigentliche Referenzkühlung wurde fachmännisch durch den Arctic Cooling Accelero L2 Pro ersetzt. Dadurch blockiert die Grafikkarte zwei anliegende Slots und kommt auf ein Gesamtgewicht von 451 Gramm.
