Radeon HD 4770 CrossFire
Mainstream-König im DoppelpackDie Karten
Im kommenden Monat wird das technische Grundgerüst für die Verwendung mehrerer ATI Grafikkarten genau vier Jahre alt. Diese Technik hört auf den Namen ATI CrossFire und dient für die Nutzung von Multi-GPU im heimischen Computer. ATI (und später AMD) konnte seit der Markteinführung vieles verändern und weiterentwickeln. Anfangs musste die neue Technik mit schlechter Optimierung und bescheidenen Treibern kämpfen und Jahre der Weiterentwicklung machen CrossFire zu einer attraktiven Option, um die Leistung zu steigern. In der Theorie sollen sich die Frameraten verdoppeln, da die Grafikkarten abwechselnd die Bilder rendern und sich somit die Last teilen. Dies ist leider nur bei sehr hohen Auflösungen, guter Optimierungs- und Programmierkunst der Softwareschmiede und einer potenten CPU der Fall. Ansonsten limitieren Komponenten oder die Software weist die Grafikkarten nur schlecht in die Arbeit ein und ist somit der Flaschenhals. Abgesehen von Microrucklern tritt ein derartiges Phänomen nur seltener auf, da die Spieleentwickler meistens sehr gut mit den Hardwareherstellern zusammenarbeiten und auch die Treibercrew im Nachhinein oft am letzten Schliff feilen.
CrossFire ist vergleichbar mit der Konkurrenztechnik SLI von Nvidia, nur ist die Multi-GPU Technik von ATI bei der Mainboardwahl bei weitem nicht so wählerisch, wie es SLI ist. CrossFire ist mit jeder Platine kompatibel, die mehr als einen PCI-Express x16 Steckplatz aufweist und über einen Chipsatz von Intel oder AMD verfügt. Nvidia Platinen bieten zwar die physikalische Kompatibilität, aber der Treiber verweigert jegliche CrossFire-Funktion mit einem derartigen Untersatz. Außerdem ist die physikalische Anbindung der Steckplätze von großer Bedeutung, da bei verringerter Anbindung oft sehr viel Leistung verschenkt wird.
Ein weiterer Vorteil von CrossFire, der allerdings nicht so groß ausfällt, wie im Vorfeld spekuliert, ist die flexiblere Unterstützung von Grafikkarten im direkten Vergleich zu SLI, wo mindestens GPU und Taktrate, meist auch Board- und BIOS-Revision identisch sein müssen. CrossFire bietet hier die Möglichkeit, innerhalb einer Chipfamilie beliebig die Karten zu mischen.
Die Kommunikation der Grafikkarten in einem CrossFire-Verbund hat sich seit der Markteinführung geringfügig verändert: Aus einer externen Kabelverbindung mit einer exotischen (und teuren) Master-Karte wurde das Ganze mit der X1950 Pro und X1650 XT im Oktober 2006 vereinfacht. So verschwanden auch die ersten Kinderkrankheiten wie die Beschränkung auf 60 Hz in hohen Auflösungen. Eine interne Steckverbindung, die von AMD als nativ bezeichnet wird, verbindet zwei baugleiche Grafikkarten über die CrossFire-Brücken.
Mit der Veröffentlichung der Spider-Plattform im November 2007 machte die Technik einen weiteren Schritt mach vorne. Neben einer neuen Marketingwelle gab es neue Logos und eine Veränderung im Namen. CrossFire bekam den Zusatz X am Ende und bringt als Hauptneuerung die Kompatibilität mit bis zu vier Grafikkarten bzw. bis zu vier Grafikprozessoren mit.


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Wer sich ein CrossFire-Verbund bestehend aus zwei Radeon HD 4770 zulegen möchte, muss darauf achten, dass wenigstens einer der beiden Karten eine CrossFire Brücke beigelegt ist - dies ist leider bei den wenigsten Exemplaren bisher der Fall, sodass ein Kauf dieser für etwa 10 Euro gehandelten Brücke unumgänglich ist. Ein weiteres wichtiges Detail bei der Verwendung von CrossFire ist, dass im Treiber unbedingt Catalyst A.I. aktiviert sein muss. Ist dieses deaktiviert, ist CrossFire ebenfalls ausgeschaltet. In einigen Spielen, wie Call of Duty 4 oder Teil 5, muss zudem im Spiel zusätzlich CrossFire aktiviert werden.
