Sapphire Radeon HD 4770 HDMI
Mit Arctic Cooling Accelero L7 der Referenz enteilt?Technische Daten
Die Radeon HD 4770 basiert auf dem RV740 und somit ATIs erstem und bisher einzigem 40nm-Grafikprozessor. Gefertigt wird die GPU der Karte also in dem Prozess auf dem die kommende Generation von Low-End bis High-End basieren wird. Was dieser Prozess zu leisten vermag haben die Ingenieure eindrucksvoll bewiesen. Auf einer Fläche von gerade einmal 137mm² finden 862 Millionen Transistoren Platz. Beim als wohl misslungensten in die Geschichte eingehenden R600 waren es 720 Millionen auf 420mm².
Die originalen Taktraten von 750 MHz für den Chip und 800 MHz des 512 MB fassenden Speicher belässt Sapphire unangetastet - unverständlicherweise wie sich im Kapitel Overclocking zeigt. Grund dürfte eine Order von AMD sein. So leistet die Radeon HD 4770 weiterhin mit 960 GFLOPs nur unwesentlich weniger als die 1-Tera-FLOP HD 4850. Bei der Pixelfüllrate übertrumpft die HD 4770 das größere Schwestermodell mit 12.000 MPix/s gegenüber 10.000 MPix/s gar um 20%, bei der Texelfüllrate geht das Duell mit 24.000 zu 25.000 MTex/s knapp verloren.
Ursache für diese unterschiedlichen theoretischen Leistungswerte ist die leicht voneinander abweichende Chiparchitektur: Den Nachteil der 640 Shadereinheiten kann die Radeon HD 4770 durch den hohen Chiptakt fast ausgleichen. Ähnlich sieht es bei den 32 zu 40 TMUs aus. Die Anzahl der ROPs beließ ATI jedoch unverändert, sodass sich hier der 20%ige Taktvorteil auch direkt in 20% höherer Pixelfüllrate niederschlägt.
Ein wesentlicher Unterschied der beiden Modelle ist zudem das Speicherinterface: Während man bei der Entwicklung der Radeon HD 4850 auf ein breites, aber teures Speicherinterface in Kombination mit günstigem GDDR3-Speicher gesetzt hat, hat ATI frühzeitig die Zeichen der Zeit und vor allem das Potenzial des auf der DDR3-Technik fußenden GDDR5-Speichers erkannt. So kommt die Radeon HD 4770 trotz halbiertem Speicherinterface durch den 60%igen Taktvorteil der acht Qimonda-Module auf noch achtbare 51.2GB/s - mehr hat die Radeon X1900 XTX auch nicht zu bieten.
Die kleineren Fertigungsstrukturen haben wie auch das 128 Bit breite Speicherinterface den Nebeneffekt, dass der Stromverbrauch sowie die Fertigungskosten der Karte im Vergleich gering sind. Durch den gesunkenen Energiebedarf kann auf eine aufwändige und heiße Stromversorgung verzichtet werden, die abermals den Preis in die Höhe treiben würde. Dennoch war es notwendig die Karte mit einem 6-Pin PCI-E Stromstecker zu versehen, da der Bedarf nicht komplett über den x16 PCI-E 2.0 Slot gedeckt werden kann.
Technischen Neuerungen blieben der Radeon HD 4770 verwährt, sodass man mit Standardkost vorlieb nehmen muss: Das Shadermodel 4.1, DirectX 10.1 sowie OpenGL 3.1 und Avivo. Natürlich bringt auch die Radeon HD 4770 den Support für CrossFireX mit (siehe HD 4770 CrossFireX-Test) aber auch PowerPlay 2.0 ist mit an Bord. So wird im Idle die Taktrate des Chips auf 250 MHz gesenkt, während der Speicher wie so oft unbedacht bleibt.
Zwei Besonderheiten müssen aber noch erwähnt werden: Zum einen verfügt die Karte, wie der Name schon andeutet, über einen HDMI-Anschluss, zum anderen wäre das der spezielle Kühler.
| Name | Radeon HD 4770 | Radeon HD 4850 | Radeon HD 4870 |
|---|---|---|---|
| Chipsatz | RV740 | RV770 | RV770 |
| Transistoren | 826 Mio. | 956 Mio. | 956 Mio. |
| Fertigung | 40 nm | 55 nm | 55 nm |
| Die-Größe | 137 mm² | 256 mm² | 256 mm² |
| Chiptakt | 750 MHz | 625 MHz | 750 MHz |
| Shadertakt | 750 MHz | 625 MHz | 750 MHz |
| Pixel-Pipelines | - | - | - |
| Shadereinheiten | 128 (5D) | 160 (5D) | 160 (5D) |
| Vertex-Shader | - | - | - |
| Unified-Shader | 640 | 800 | 800 |
| TMUs | 32 | 40 | 40 |
| TAUs | 32 | 40 | 40 |
| ROPs | 16 | 16 | 16 |
| Pixel-Shader Vers. | 4.1 | 4.1 | 4.1 |
| Vertex-Shader Vers. | 4.1 | 4.1 | 4.1 |
| DirectX Vers. | 10.1 | 10.1 | 10.1 |
| OpenGL Vers. | 3.3 | 3.3 | 3.3 |
| Speichertyp | GDDR5 | GDDR3 | GDDR5 |
| Speichermenge | 512 MB | 512 MB | 512 MB |
| Speichertakt | 1600 MHz | 993 MHz | 1800 MHz |
| Speicherinterface | 128 Bit | 256 Bit | 256 Bit |
| GFlop/s | 960 GFLOP/s | 1000 GFLOP/s | 1200 GFLOP/s |
| Pixelfüllrate | 12000 MPix/s | 10000 MPix/s | 12000 MPix/s |
| Texelfüllrate | 24000 MTex/s | 25000 MTex/s | 30000 MTex/s |
| Bandbreite | 51.2 GB/s | 63.5 GB/s | 115.2 GB/s |
| Multi-GPU | CrossFireX | CrossFireX | CrossFireX |
| Interface | PCI-E 2.0 x16 | PCI-E 2.0 x16 | PCI-E 2.0 x16 |
| Stromanschluss | 1x 6-Pin PCI-E | 1x 6-Pin PCI-E | 2x 6-Pin PCI-E |
| Vorstellung | 2. Quartal 2009 | 3. Quartal 2008 | 3. Quartal 2008 |
Sapphire setzt bei diesem Modell wieder auf ein blaues PCB, welches jedoch ein wenig von der Referenz abweicht. So sind einige Bauteile anders angeordnet, was jedoch zu keinen Inkompatibilitäten mit Kühlern von Drittherstellern nach sich ziehen sollte. Deren Installation wäre aber auch ungewöhnlich, ist der der Kühler ein Feature dieser Grafikkarte. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, stammt er vom Schweizer Kühlerspezialisten Arctic Cooling und ähnelt im Aufbau dem AC Accelero L2 Pro den wir bereits getestet haben.
Der Kühler der Sapphire Radeon HD 4770 HDMI hört auf den Namen Accelero L7 und ist Sapphire-exklusiv, kann also nicht im Handel separat erworben werden. Durch die Höhe von 38mm einschließlich des Lüfters, belegt die Karte zwei Slots. Die Qimonda GDDR5-Speicherchips liegen im direkten Luftstrom und benötigen keiner weiteren Kühlung. Der Kühlblock besteht komplett aus Aluminium und verteilt die Abwärme der GPU über 40 längs angeordnete Lamellen, der 92mm große Lüfter sitzt auf einem schwarzen Plastikrahmen oben auf. So lässt sich ruhigen Gewissens sagen, dass der L7 der kleine oder große Bruder des L2 Pro ist. Der verwendete Lüfter ist sogar gleichen Typs, die Anzahl der Lamellen unterscheidet sich nur marginal (40 für den L7 gegenüber 39 des L2 Pro), lediglich deren Ausführung ist leicht unterschiedlich, so haben die hinteren Lamellen des L7 Pro nicht die volle Höhe.
Die Länge des PCBs behielt Sapphire mit 21cm bei, durch den etwas größeren Kühler ist die Karte jedoch rund 70g schwerer als die von uns getesteten Exemplare mit Standardkühler. Auch dieses Modell kommt mit einem 6-Pin Stromanschluss am Ende des PCBs daher.
