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Sapphire Radeon HD 4890

Mehr als nur ein Refresh?


Technische Daten

Sapphire Radeon HD 4890Die Radeon HD 4890 vertraut auf den im 55nm-Prozess bei TSMC gefertigten RV790-Rechenkern, welcher fast identisch aufgebaut ist, wie die ältere RV770 Chipgeneration. Auch wenn ATI die Taktraten optimieren konnte, fällt der Unterschied nur geringfügig aus. Nach dem Feintuning an der GPU, um bessere Taktraten zu erzielen, spendiert der kanadische Chipspezialist ihrem neuen Sprössling eine kleine Erhöhung der Anzahl an Transistoren auf nunmehr 959 Millionen, die zum größten Teil dem Erreichen eben jener höheren Taktraten dienen dürften. Ansonsten findet sich auf dem im Zuge der Optimierungen ein wenig auf 282 mm² (HD 4870: 256mm²) vergrößerten Silizium ausschließlich altbekanntes.
So überrascht es wenig, dass sie mit 160 5D-Shadereinheiten, 40 Textureinheiten und 16 ROPs ausgestattet ist. Darüber hinaus wird der seit der HD 4870 verwendete GDDR5 Speicher über ein 256 Bit breites Speicherinterface angebunden. Eine Neuerung gibt es aber auch in diesem Bereich: Den erst den späteren Versionen der HD 4870 zu Teil werdende 1.024 MB große GDDR5 Speicher kommt auf jeder HD 4890 zum Einsatz. Als weiteren Unterscheid lässt sich die Taktrate des Grafikspeichers ausmachen, wurde dieser von ATI um 150 MHz auf 1.950 MHz angehoben womit die neue Radeon eine Speicherbandbreite von 124.800 MB/s erreicht. Durch die auf 850 MHz getaktete RV790-GPU ließen sich die theoretischen Rechenleistungen verbessern. So verfügt die HD 4890 über eine theoretische Leistung von 1.360 GFLOP/s, was sie um 160 GFLOP/s schneller arbeiten lässt als den kleineren Bruder. Ein genauer Vergleich der technischen Daten ist in der unten stehenden Tabelle möglich.

Die RV770 und RV790 GPUs unterscheiden sich nur im Detail. Beachtet man aber die kompletten Grafikkarten, so erkennt das geschulte Auge Veränderungen im Design. So spendierte ATI der neuen Platine eine verbesserte Spannungsversorgung, die für das OC-Potential der neuen GPU ein wichtiges Standbein darstellt. Bei der von AMD angegebenen Leistungsaufnahme von 190 Watt belässt der Hersteller die Spannungsversorgung bei zwei Sechs-Pin-Stromsteckern.
Um die Stromkosten und die Wärmeentwicklung etwas einzudämmen, drosselt ATI die GPU der HD 4890 im Idle-Betrieb auf moderate 240 MHz. Der Grafikspeicher wird aber weiterhin auf seiner stromhungrigen Taktrate von 1950 MHz belassen, was im Zeitalter von Energiesparleuchten, Grüner-IT und hoher Energieeffizienz leicht an der Attraktivität dieser Grafikkarte nagen könnte.

Bekanntermaßen verfügt die Radeon HD 4890 über ein Interface Bus von PCI-E 2.0 x16, unterstützt Microsoft DirectX 10.1 und somit auch Shader Model 4.1 sowie OpenGL 3.0, ab dem Catalyst 9.5 sogar 3.1. Weitere Must-Have-Features sind natürlich an Board: ATI Avivo zur Beschleunigung von DVD, HD-DVD und Blu-ray, CrossFire X oder aber auch ATI PowerPlay 2.0. Wie bereits erwähnt, funktioniert letzteres bei der HD 4890 nicht einwandfrei, da der verbaute GDDR5 Speicher und somit auch der Speichercontroller in der GPU im Idle-Betrieb nicht heruntergetaktet werden und ATI somit einige Watt verschenkt.


NameRadeon HD 4890Radeon HD 4870 X2Radeon HD 4870
ChipsatzRV790R700 / 2x RV770RV770
Transistoren959 Mio.2x 956 Mio.956 Mio.
Fertigung55 nm55 nm55 nm
Die-Größe282 mm²2x 256 mm²256 mm²
Chiptakt850 MHz750 MHz750 MHz
Shadertakt850 MHz750 MHz750 MHz
Pixel-Pipelines---
Shadereinheiten160 (5D)2x 160 (5D)160 (5D)
Vertex-Shader---
Unified-Shader8002x 800800
TMUs402x 4040
TAUs402x 4040
ROPs162x 1616
Pixel-Shader Vers.4.14.14.1
Vertex-Shader Vers.4.14.14.1
DirectX Vers.10.110.110.1
OpenGL Vers.3.33.33.3
SpeichertypGDDR5GDDR5GDDR5
Speichermenge1024 MB1024 MB512 MB
Speichertakt1950 MHz1800 MHz1800 MHz
Speicherinterface256 Bit2x 256 Bit256 Bit
GFlop/s1360 GFLOP/s2x 1200 GFLOP/s1200 GFLOP/s
Pixelfüllrate13600 MPix/s2x 12000 MPix/s12000 MPix/s
Texelfüllrate34000 MTex/s2x 30000 MTex/s30000 MTex/s
Bandbreite124.8 GB/s2x 115.2 GB/s115.2 GB/s
Multi-GPUCrossFireXCrossFireXCrossFireX
InterfacePCI-E 2.0 x16PCI-E 2.0 x16PCI-E 2.0 x16
Stromanschluss2x 6-Pin PCI-E1x 8-Pin PCI-E, 1x 6-Pin PCI-E2x 6-Pin PCI-E
Vorstellung2. Quartal 20093. Quartal 20083. Quartal 2008

Bereits beim Auspacken der Radeon HD 4890 fällt - oder eben nicht - auf: Die Unterschiede zum Vorgänger müssen schon akribisch gesucht werden um feststellen zu können, um welche Karte es sich handelt. Einmal mehr weiß die Größe der Karte zu beeindrucken, mit guten 24,5 cm ist die Sapphire 4890 genauso lang wie das von uns eingesetzte Asus M3A79-T Deluxe Mainboard breit. Schon hier kristallisiert sich jedoch das erste Problem heraus, so hat Sapphire beiden 6-Pin-Anschlüsse für die Stromversorgung in Richtung der Festplatten angebracht, dies kann in kleineren Gehäusen durchaus zu enormen Einschränkungen führen.

Schaut man sich die Karte nun genauer an, befindet sich unter der roten Plastikhaube des Dual-Slot-Kühlkörpers der bereits bekannte Kupferblock, jetzt jedoch mit derer drei Heatpipes von denen jede einzelne gut 7mm Durchmesser aufweist. Diese Heatpipes sollen die entstehende Abwärme des RV790 auf schnellstem Wege an die 28 darauffolgenden Aluminium-Lamellen abgeben. Von dort wird dann die Luft über den eingesetzten 75mm Radiallüfter endgültig aus dem Gehäuse hinausbefördert.
Der neue Kühler bringt auch ein wenig "mehr" an Gewicht, sodass die Karte nun gut 830g auf die Waage bringt - knapp 50g mehr als die HD 4870.