Sapphire Radeon HD 5770 Vapor-X
Sapphires HD5770 vaporizedTechnische Daten
Unter der selbstkreierten Kühlerhaube von Sapphire befindet sich der Pixelbeschleuniger der Radeon HD 5770 Vapor-X. Dieser Rechenkern ist zur Zeit der meistverkaufte DirectX-11-Grafikchip am Markt und hört auf den botanischen Namen "Juniper", der ursprünglich als RV840-Chip den Weg in die Fertigungsstätten fand. Prägnanter ist der Chip vor allem wegen den 1,04 Milliarden Transistoren, die sich in modernen 40-nm-Strukturbreiten auf dem 166 mm² großen Chip ausbreiten, die wiederum Platz für 800 Streamprozessoren, 40 Textureinheiten sowie 16 ROPs bereitstellen. Dem aufmerksamen Leser fällt hier eine starke Affinität zur Radeon HD 5870 auf, denn schließlich stimmen die Kerndaten des RV840 mit der Hälfte des großen Bruderchips überein und auch die DIE-Größe (334 mm²) und die Transistoranzahl (2,15 Milliarden) sind proportional bei den beiden Kernen. Für ein weiteres Indiz eines "Halben-RV870" spricht das mainstream-typische 128-Bit-breite Speicherinterface.
Anhand dieser Schlüsseldaten lassen sich die theoretischen Leistungswerte leicht errechnen und so kommt unser Vapor-X Proband der HD 5770 auf erhöhte 1.376 GigaFLOPs, was eine winzige Erhöhung von 16 GigaFLOPs zur Referenz beeutet. Aber auch die Pixelfüllrate beträgt mit 13.760 MPix/s eine leichte Steigerung der Messlatte des RV840-Kerns. Gleiches zeichnet sich bei den erzielten 34.400 MTex/s der Texelfüllrate nieder, nur bei der Datendurchsatzrate gibt man sich mit unveränderten 76.8 GB/s zufrieden. Die minimalen Unterschiede zur Referenz kommen nicht von ungefähr, denn Sapphire liefert die HD 5770 Vapor-X nicht nur mit gleichnamigem Kühler aus, sondern übertaktet den Rechenkern um 10 MHz auf 860 MHz.
Ansonsten vertraut der Pixelbeschleuniger auf die typischen Merkmale der HD 5700-Serie, die neben dem neuen Shadermodel 5.0 auch für DirectX-11 und OpenGL 3.2 geeignet sind. Als weitere Hürde für neue Chipgenerationen gilt das Potential des Rechenkerns für GPU-Computing zu nutzen, was jetzt mit ATI Stream bewerkstelligt wird. Die dritte große Neuerung ist ATI Eyefinity, ATIs neue Multimonitoring-Funktion für den heimischen Markt. So lassen sich jetzt nun drei Monitore pro Karte mit Bilddaten versorgen, was die Arbeits- und Entertainmentplätze unglaublich erweitert. Bis Dato war es noch nie so einfach und zugleich günstig, große Videowände aufzubauen und zu nutzen. Der abrundende Nebeneffekt der neuen Chipgeneration zeigt sich bei den Karten der HD 5000-Serie in einen gesunden Energieverbrauch gepaart mit guten Temperaturen. Die Rede ist von ATIs Stromsparfunktion, bekannt als ATI PowerPlay, das mittlerweile deutlich effizienter arbeitet als in der vergangenen HD 4000-Serie. So taktet der Energiesparmodus die HD 5770 Vapor-X auf stromsparende 157 MHz für Chip und 300 MHz für VRAM, was in 2D-Umgebungen mit einer drastischen Senkung der Kernspannung auf 0,950 Volt begleitet wird.
| Name | HD 5770 Vapor-X | Radeon HD 5770 | Radeon HD 4870 |
|---|---|---|---|
| Chipsatz | RV840 (Juniper XT) | RV840 (Juniper XT) | RV770 |
| Transistoren | 1040 Mio. | 1040 Mio. | 956 Mio. |
| Fertigung | 40 nm | 40 nm | 55 nm |
| Die-Größe | 166 mm² | 166 mm² | 256 mm² |
| Chiptakt | 860 MHz | 850 MHz | 750 MHz |
| Shadertakt | 860 MHz | 850 MHz | 750 MHz |
| Pixel-Pipelines | - | - | - |
| Shadereinheiten | 160 (5D) | 160 (5D) | 160 (5D) |
| Vertex-Shader | - | - | - |
| Unified-Shader | 800 | 800 | 800 |
| TMUs | 40 | 40 | 40 |
| TAUs | 40 | 40 | 40 |
| ROPs | 16 | 16 | 16 |
| Pixel-Shader Vers. | 5.0 | 5.0 | 4.1 |
| Vertex-Shader Vers. | 5.0 | 5.0 | 4.1 |
| DirectX Vers. | 11 | 11 | 10.1 |
| OpenGL Vers. | 4.1 | 4.1 | 3.3 |
| Speichertyp | GDDR5 | GDDR5 | GDDR5 |
| Speichermenge | 1024 MB | 1024 MB | 512 MB |
| Speichertakt | 2400 MHz | 2400 MHz | 1800 MHz |
| Speicherinterface | 128 Bit | 128 Bit | 256 Bit |
| GFlop/s | 1376 GFLOP/s | 1360 GFLOP/s | 1200 GFLOP/s |
| Pixelfüllrate | 13760 MPix/s | 13600 MPix/s | 12000 MPix/s |
| Texelfüllrate | 34400 MTex/s | 34000 MTex/s | 30000 MTex/s |
| Bandbreite | 76.8 GB/s | 76.8 GB/s | 115.2 GB/s |
| Multi-GPU | CrossFireX | CrossFireX | CrossFireX |
| Interface | PCI-E 2.1 x16 | PCI-E 2.1 x16 | PCI-E 2.0 x16 |
| Stromanschluss | 1x 6-Pin PCI-E | 1x 6-Pin PCI-E | 2x 6-Pin PCI-E |
| Vorstellung | 4. Quartal 2009 | 4. Quartal 2009 | 3. Quartal 2008 |
Sapphire bietet bis Dato drei verschiedene Varianten an, die sich von der konservativen Referenz unterscheiden. Erstere ist Toxic, die es zur Zeit noch nicht in die HD 5000-Serie von Sapphire schaffen konnte, dann folgt Atomic, was eine übertaktete Variante mit ausfallender Vapor-X-Kühlung und exzellenter Zubehörbeigabe kombiniert. Und schließlich bleibt noch die Marke Vapor-X übrig, die die ersten Schritte mit einer alternativen Kühlung in die Händlerregale wagte. Mittlerweile hat sich die Serie aber leicht weiterentwickelt und so bietet der Hersteller ebenfalls eine kleine Takterhöhung ebenfalls dem Käufer an. Die HD 5770 Vapor-X von Sapphire kommt mit der gleichen Ausstattung wie die HD 5750 Vapor-X.
Verglichen mit anderen Vapor-X-Kreationen ähneln sich die Kühlkörper nur in der Grundsubstanz und in dem Aufbau der Bodenplatte sowie den Kühlelementen. Der Aufbau und das Design sind bei bisherigen Modellen und dem vorliegenden Probanden komplett unterschiedlicher Natur, nur die HD 4890 Vapor-X zeigt unter dem Plastikgewand einen vertrauten Aluminium-Orb samt Axiallüfter, der auf einer Vapor-Kammer aus Aluminium und Kupfer aufbaut. Genau diesen technischen Weg schlug auch Sapphire mit der HD 5750 und HD 5770 Vapor-X ein.
Darüber hinaus zeigt sich unter der Kühlhaube eine 21 cm lange, schwarz gefärbte Grafikkarte, die auch in weniger geräumigen Gehäusen gut installiert werden kann. Jedoch belegt die Karte samt Vapor-X Kühler zwei Slots, was aber alleine wegen den Monitoranschlüssen selbsterklärend der Fall ist. In Form von Displayanschlüssen spart der Hersteller in keiner Weise, hier sieht aber auch schon die Referenz ganze vier Anschlüsse mit 2x DVI, HDMI und DisplayPort vor. Für die nötige Stromversorgung sieht Sapphire einen Sechs-Pin-Stromanschluss vor, der aber auch mit Adapterkabeln kombiniert werden kann.
