Sapphire Radeon HD 5970 OC Edition
Die Kraft der zwei RV870-HerzenTechnische Daten
Multi-GPU Grafikkarten unter AMDs Federführung geht in die dritte Generation. Nach dem Erstlingswerk Radeon HD 3870 X2 (Test) und dem Zwillingschip-Monster Radeon HD 4870 X2 (Test) geht die kanadische Grafikabteilung mit leicht reduzierten Taktraten aber weiterhin brachialer Leistung in den Kampf um die Leistungskrone. Nach der Veröffentlichung der performanten Einzelchipkarten HD 5850 und HD5870 verstrichen nur wenige Wochen und AMD präsentierte das schnellste Model der HD 5000-Serie in Form von der HD 5970. Diese verwendet, wie die HD 5800-Modelle, den leistungsstarken RV870-Rechenkern und unterscheidet sich nur in der Taktrate von der pfeilschnellen HD 5870, verfügt also über einen vollwertigen Chip ohne die Deaktivierung zweier SIMDs der HD 5850.
Doch halt, die Radeon HD 5970 verwendet nicht nur einen sondern gleich zwei vollwertige RV870. Genau die doppelten Spezifikationen fördert das Datenblatt so zu Tage: 2x 320-5D-Shadereinheiten, 2x 32 ROPs und 2x 40 Textureinheiten stehen so zur Verfügung. Der Speicherausbau von 1.024 MB GDDR5-Speicher pro GPU klingt an dieser Stelle ebenfalls vertraut.
Anders verhält es sich jedoch bei den Taktraten, die sich deutlich von der HD 5870 unterscheiden und genau auf HD 5850-Niveau liegen. Angefangen beim Kerntakt, der bei niedrigen 725 MHz liegt und somit beachtliche 125 MHz Differenz zum Single-GPU Flaggschiff entstehen lässt. Ebenso gering fällt der Speichertakt aus, der bei den 2.048 MB nur mit 2,0 GHz arbeitet. Damit klafft eine 400 MHz-Lücke zwischen den Probanden. Durch diese Angaben lassen sich die theoretischen Leistungswerte leicht ermitteln, die für die HD 5970 trotz der mageren Taktung bei soliden 2x 2320 GFLOPs verweilt. Demnach kann die Karte erst durch eine gute CrossFire-Unterstützung punkten und sich von der HD 5870 abheben.
Durch die HD 5850-Taktraten und HD 5870-Technik schuf AMD einen Hybriden aus beiden Varianten und gab extra den neuen Namen ohne den "X2"-Suffix. Einen alten Bekannten betrachten wir bei der Kommunikation der zwei GPUs und dem Mainboard, einem PCI-E Switch von PLX, der auch schon bei der Radeon HD 4870 X2 Verwendung fand. Der PEX-8647-Switch Chip stellt satte 48 PCI-Express Lanes zur Verfügung, was der PCI-Express 2.1 kompatiblen Grafikkarte eine ideale Kommunikationsbasis ermöglicht. Allerdings setzte AMD bei "Hemlock" auch den Rotstift an und strich ein Mitbringsel der HD 4870 X2, CrossFire-Interconnect. Eine bis heute nicht im Treiber aktivierter Hub, der zusätzliche Bandbreite zur Kommunikation zwischen den beiden GPUs bereitstellen sollte.
Als Vorteil dieser Multi-GPU Karte erhofft sich AMD einen Leistungssprung, der mittels der Alternate Frame Rendering-Technik bewerkstelligt werden soll. Unglücklicherweise gibt es neben der guten Skalierung auch eine Schattenseite, nämlich die sogenannten Mikroruckler, die bei niedrigen Bildwiederholungsraten negativ auffallen können.
Für weitere Details über den RV870 verweisen wir an dieser Stelle auf den Artikel der XFX Radeon HD 5850.
| Name | Radeon HD 5970 OC | Radeon HD 5870 | Radeon HD 4870 X2 |
|---|---|---|---|
| Chipsatz | 2x RV870 (Cypress XT) | RV870 (Cypress XT) | R700 / 2x RV770 |
| Transistoren | 2x 2154 Mio. | 2154 Mio. | 2x 956 Mio. |
| Fertigung | 40 nm | 40 nm | 55 nm |
| Die-Größe | 2x 334 mm² | 334 mm² | 2x 256 mm² |
| Chiptakt | 735 MHz | 850 MHz | 750 MHz |
| Shadertakt | 735 MHz | 850 MHz | 750 MHz |
| Pixel-Pipelines | - | - | - |
| Shadereinheiten | 2x 320 (5D) | 320 (5D) | 2x 160 (5D) |
| Vertex-Shader | - | - | - |
| Unified-Shader | 2x 1600 | 1600 | 2x 800 |
| TMUs | 2x 80 | 80 | 2x 40 |
| TAUs | 2x 80 | 80 | 2x 40 |
| ROPs | 2x 32 | 32 | 2x 16 |
| Pixel-Shader Vers. | 5.0 | 5.0 | 4.1 |
| Vertex-Shader Vers. | 5.0 | 5.0 | 4.1 |
| DirectX Vers. | 11 | 11 | 10.1 |
| OpenGL Vers. | 4.1 | 4.1 | 3.3 |
| Speichertyp | GDDR5 | GDDR5 | GDDR5 |
| Speichermenge | 2x 1024 MB | 1024 / 2048 MB | 1024 MB |
| Speichertakt | 2020 MHz | 2400 MHz | 1800 MHz |
| Speicherinterface | 2x 256 Bit | 256 Bit | 2x 256 Bit |
| GFlop/s | 2x 2352 GFLOP/s | 2720 GFLOP/s | 2x 1200 GFLOP/s |
| Pixelfüllrate | 2x 23520 MPix/s | 27200 MPix/s | 2x 12000 MPix/s |
| Texelfüllrate | 2x 58800 MTex/s | 68000 MTex/s | 2x 30000 MTex/s |
| Bandbreite | 2x 129.3 GB/s | 153.6 GB/s | 2x 115.2 GB/s |
| Multi-GPU | CrossFireX | CrossFireX | CrossFireX |
| Interface | PCI-E 2.1 x16 | PCI-E 2.1 x16 | PCI-E 2.0 x16 |
| Stromanschluss | 1x 8-Pin PCI-E, 1x 6-Pin PCI-E | 2x 6-Pin PCI-E | 1x 8-Pin PCI-E, 1x 6-Pin PCI-E |
| Vorstellung | 4. Quartal 2009 | 3. Quartal 2009 | 3. Quartal 2008 |
Des Weiteren bietet die Karte alle erdenklichen Fähigkeiten der HD 5000-Serie, was bei einer vollständigen DirectX-11 Kompatibilität anfängt und sich bis hin zum sich daraus ableitenden Shadermodell 5.0, OpenGL 3.2, ATI Stream und ATI Eyefinity erstreckt. Als gravierende Eigenschaft vergangener Multi-GPU Karten war der immense Stromhunger, der von einem nur mangelhaft funktionierenden PowerPlay der HD 4000-Serie nicht gerade begünstigt wurde.
Bei der neuen Karte implementierte AMD die neuste Version von PowerPlay, welches die Karte im Idle auf 157 MHz für Chip und 300 MHz für RAM herunter drosselt. Abgesehen davon wird die Karte von einem voluminösen Radiatorkühler gekühlt, der als Zwei-Slot Design die Abwärme aus dem Gehäuse befördert. Ansonsten stellt die schwarze Grafikkarte gleich drei Monitoranschlüsse zur Auswahl, die mit zwei DVI- und einen Mini-DisplayPort auch für ATI Eyefinity gerüstet sind. Verglichen mit den Einzelchipkarten erkennt man einen kleinen Rückschritt, da hier HDMI fehlt - ein beiliegender Adapter löst dieses Problem jedoch.
