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(CrossFire)-Vergleich: X8 vs. X16

Darf's auch die Hälfte sein?


Fazit

(CrossFire)-Vergleich: X8 vs. X16Mit dem Aufkommen der heutigen High-End-Mainboards mit mehreren PCI-E 2.0 x16 Slots versuchen die Hersteller diese den CrossFire- und SLI-Interessierten schmackhaft zu machen. Allerdings müssen die Käufer für diese Bretter ausgesprochen tief in die Tasche greifen, um angeblich die beste Leistung zu erhalten. Soviel zur Aussage der einzelnen Hersteller, doch was steckt wirklich dahinter? Denn im direkten Vergleich mit der PCI-E 2.0 x8-Anbindung sprechen wir zuallererst eine Entwarnung aus.

Mit dem Asus Maximus IV Extreme konnten wir dank des Intel P67-Chipsatzes und des zusätzlichen NF200-Brückenchips von Nvidia die beiden MSI Radeon HD 5770 HAWK im CrossFire sowohl mit 16-facher als auch achtfacher PCI-E 2.0-Anbindung genauestens analysieren und stellten dabei fest, dass die theoretische Bandbreite nicht immer alles ist. Schließlich verhielten sich die beiden Radeons mit der x8/x8-Lanes-Konfigruation von günstigen Boards unerwartet souverän und schlugen die Testergebnisse des x16/x16-Verbundes um drei bis vier Prozentpunkte.
Die nicht spür- aber messbaren Leistungsdifferenzen sind nachgewiesen, aber dennoch ist es nur ein Phänomen des verlöteten NF200-Zusatzchips von Nvidia, der zwar zwei Mal x16-Lanes bereitstellt, aber nur über acht PCI-E-Lanes an den P67-Chipsatz angebunden ist und somit eine Verzögerung verursacht. Viele High-End-Mainboards verwenden diesen Zusatzchip, um für drei Wege SLI oder Tripple-CrossFireX die nötige Bandbreite bereitzustellen, doch sollte man bei regulärem Multi-GPU mit zwei Pixelbeschleunigern die Steckplätze und deren Anbindung des P67-Chipsatzes nutzen.

Durch den NF200-Zusatzchip lässt sich dieser Artikel allerdings nicht auf alle Mainboards übertragen, doch finden sich für Intels 1155er und 1156er Sockel nur wenige Boards, die die vollen 32 Lanes für zwei Grafikkarten bereitstellen. Damit ist der aktuelle Core i5/i7 durch den Intel P55 und P67-Chipsatz an x8/x8-CrossFire oder SLI gebunden, was rein vom logischen Verständnis eigentlich Nachteile mit sich bringen sollte. Jedoch kann man nun durch diesen Test sicher davon ausgehen, dass auch ein Zusatzchip, der die volle Anbindung garantiert, nicht zwingend erforderlich ist.
Ein Zusatzchip empfiehlt sich daher erst für Anwender, die mit drei Grafikkarten in CrossFireX oder Triple-SLI liebäugeln. Dass die 16-fache-Anbindung aber auch Mehrleistung liefern kann (bei entsprechendem Chipsatz, genannt seien an dieser Stelle nahezu alle AMD-Chipsätze, aber auch der X58 für Intels Sockel 1366), zeigt der Test mit einem Pixelbeschleuniger, bei dem sich die doppelte Bandbreite prinzipiell in einer Mehrleistung von zwei bis fünf Prozent niederschlägt.

Somit kann der geneigte Käufer grundsätzlich ohne Nachsehen zu einer günstigen P67-Lösung greifen.



Falls es noch Fragen, Probleme oder Anmerkungen bezüglich der Karten oder des Artikels gibt, beantworten wir diese natürlich gerne in diesem Thema.


Veröffentlichung: Samstag, 19. März 2011
Autoren: Frank Hempel, Christoph Bode, Paul Dzierza und Sören Maier