Mahlzeit Mädels und Jungens,
ich wollte dieses Forum mit einem Technologie-Guide für ATIs Multi-Monitorings-Fähigkeit Eyefinity bereichern, damit Ungewissheit und Fragen von vorne herein aus der Welt geschafft werden können. Viel Spaß damit.
Inhaltsverzeichnis:
1. Was ist ATI Eyefinity?
2. Eyefinty Voraussetzungen
3. Vorhandene Monitorkonfigurationen
4. Montitoranschluss
5. Monitoreinstellungen Im Catalyst-Grafiktreiber
6. Eyefinity-Einstellungen im Catalyst-Treiberpaket
1. Was ist ATI Eyefinity?
ATI Eyefinity ist ein fundamentaler Bestandteil der jungen HD 5000-Serie von AMD, was bisherige Multi-Monitoringslösungen diskreter Grafikkarten weit in den Schatten stellt. Mit einer Eyefinity-tauglichen Radeon-Grafikkarte lässt sich mit mehreren Monitoren die Arbeits- und Unterhaltungsumgebung erweitern. Dabei behandelt die Grafikkarte die verschiedenen Monitore wie ein großes Display und gibt die Bildinformationen dementsprechend an die verschiedenen Displays weiter. Damit lassen sich mit vielen kleineren Monitoren ein großer Arbeitsplatz kreieren, was besonders günstig im Vergleich zu einem großen Monitor ist. Nur müssen bei einer Eyefinity-Konstellation einige Dinge beachtet werden, worauf der folgende Punkt genauer darauf eingehen wird.
2. Eyefinty Voraussetzungen
Bevor man mit mehreren Monitoren ein Eyefinity-Setup starten möchte, muss vorher darauf geachtet werden, ob die Grafikkarte über die nötige Eyefinity-Fähigkeit verfügt. Folgende Karten bieten uneingeschränktes Eyefinity mit bis zu drei Monitoren:
• ATI Radeon™ HD 5970 Serie
• ATI Radeon™ HD 5800 Serie
• ATI Radeon™ HD 5700 Serie
• ATI Radeon™ HD 5600 Serie
Low-End-Grafikkarten der HD 5000-Serie, bekannt als HD 5400 und HD 5500 verfügen zwar über die Eyefinity-Funktionalität, allerdings bieten die Karten in der Referenzausführung keinen DisplayPort-Anschluss, was zum Betreiben aber zwingend erforderlich ist. Alle weiteren HD 5600- HD 5970-Karten sind aber in der Regel in der Lage für Eyefinity.
Für Eyefinity mit mehr als drei Monitoren gibt es zwei mögliche Lösungen:
Entweder wird eine CrossFire-Konstellationen aus mehreren Grafikkarten erstellt, da pro GPU nur drei Monitore in Eyefinity verwaltet werden können oder man verwendet ausschließlich eine ATI Eyefinity-Version mit sechs DisplayPort-Anschlüssen. Dies ist für die HD 5870 geplant.
3. Vorhandene Monitorkonfigurationen
Obwohl Eyefinity mit zwei oder drei Monitoren angewandt werden kann, können auch CrossFireX-Systeme oder Eyefinity-Versionen vier oder bis zu sechs Monitore ansteuern. Eyefinity mit bis zu 24 Monitore ist ebenfalls für die Zukunft geplant. Am optimalsten sind bis Dato drei Geräte, weil besonders bei einem Shooter das Fadenkreuz genau in der Mitte des zweiten Monitors bleibt. Bei anderen Konfigurationen, kann ein Monitorrahmen das Zielen erschweren.
Abb. 1: Ein Beispiel für die optimale Aufstellung von drei Monitoren.
Portrait- und Landscape-Orientierung
Die meisten Spiele kann man in der Landscape-Orientierung laut AMD am besten genießen, während beim Filmkonsum und der Arbeit die Portrait-Orientierung empfohlen wird. Einige Spiele, die mit den hohen Auflösungen und dem weiten Blickfeld Probleme haben, sollten ebenfalls mit der Portrait-Orientierung erlebt werden.
Empfohlene Auflösung
Durchs Anwenden von Eyefinity werden alle Monitore mit Bilddaten versorgt, die den Pixelcount und somit die Anforderung an die Grafikkarte erhöhen. Wenn dabei die Grafikleistung zu gering ist, sind logischerweise starke FPS-Einbrüche die Folge. Anbei zeigt die Tabelle empfohlene Auflösungen bei den Pixelbeschleunigern der HD 5000-Serie.
Anmerkung zu CrossFireX: CrossFireX-Systeme und die Multi-GPU Karte HD 5970 bieten in 3D-Umgebungen keine Portraitansicht.
4. Montitoranschluss
AMD bietet mit den Radeons der HD 5000-Serie relativ früh DisplayPort-Anschlüsse, obwohl der Markt gerade einmal komplett auf HDMI und DVI umgesattelt ist. Der Hersteller möchte damit eine frühe Zukunftssicherheit verkaufen, aber das ist nur die Goldseite der Medaille, denn in Wahrheit kann die Grafikkarte neben den DisplayPort-Signalen nur zwei alternative Monitoranschlüsse gleichzeitig ansteuern. Um dieser Problematik entgegenzusteuern bietet mittlerweile Sapphire einen Adapter an, der das Signal des DisplayPorts auf DVI, HDMI oder D-SUB überträgt.
5. Monitoreinstellungen Im Catalyst-Grafiktreiber
Bevor es ans Eingemachte geht, möchte ich kurz die Monitoreinstellungen erklären, damit ein solider Grundstein für Eyefinity überhaupt gegeben ist.
1. Als erstes rufen wir im Catalyst Control Center die Monitoreinstelllungen über "Desktop & Displays" auf.
2. Anschließend klickt man im oberen Anzeigebereich mit der rechten Maustaste und gelangt über den Punkt "Properties" zu den Bildschirmeinstellungen. Dort können Einstellungen der Farbtiefe, Rotationen, Bildwiederholungsrate und die Auflösung selbst vorgenommen werden.
3. Um deaktivierte Geräte zu nutzen, klicke mit der rechten Maustaste im unteren Bereich auf den entsprechenden Bildschirm. Dort gibt es drei Einstellungsmöglichkeiten für weitere Geräte:
•Klone das Bild des primären Gerätes
•Erweiter den Desktop auf dem Gerät
•Ersetze das primäre Gerät mit dem ausgewählten Bildschirm
4. Zusätzliche Anzeigeoptionen lassen sich mittels Rechtsklick auf dem Desktop im unteren Bereich anzeigen.
•Deaktiviere das Display
•Identifiziere das Display
•Gelange zu den Display Einstellungen, die displayspezifische Farbeinstellungen oder Skalierung ermöglichen.
6. Eyefinity-Einstellungen im Catalyst-Treiberpaket
Nun kommen wir langsam zum Ende des Guides, denn jetzt werden die genauen Einstellungen für Eyefinity erläutert.
1. Erste Schritte:
Wenn drei oder weitere Monitore mit dem Computer verbunden sind, klicke mit der rechten Maustaste auf die obere Displayfläche oder klicke aufs Dreieck.
![[Bild: 0212.png]](http://www.radeon3d.org/img/tests/eyefinity/0212.png)
Anschließend klicke auf "Create Displaygroup" um eine Displaygruppe zu erstellen, was zwingend erforderlich für Eyefinity ist.
Wenn die anderen Displays bereits aktiviert sind, dann erscheint eine Pop-Up-Meldung, die nach dem Deaktivieren der Displays fragt, um weitere Displaygruppen-Layouts zu erstellen. Hier langt ein "klick" auf "Ja".
2. Definiere das ATI Eyefinity Gruppen Level
Nun wird die Bildschirmaufstellung der Eyefinity-Gruppe definiert, die man mithilfe des Drop-Down Menüs auswählen kann. Hier ist z. B. bei drei Monitoren 3x1 empfohlen. Zusätzlich gibt es eine Layout-Vorschau. Wenn alles in Ordnung ist, klicke auf "Accept".
3. Displayauswahl für die Eyefinity-Gruppe.
Sollten so viele Geräte angeschlossen, wie im Layout ausgewählt worden sein, dann verwendet der Catalyst automatisch alle vorhandenen Monitore. In unserem Fall drei. Anwender, bei denen dies der Fall ist, können zum 4. Schritt übergehen.
3.1 Manuelle Displayauswahl zur Gruppe.
Wenn zusätzliche Monitore die Anzahl der Layout-Gruppe übersteigt, kann man manuell die Displays auswählen, die zur Gruppe gehören. Ein einfacher Klick reicht zur Aus- oder Abwahl des Monitors. Wenn genügend Geräte hinzugefügt wurden, genügt ein Klick auf "Next".
4. Displayanordnung vornehmen
Sind die Monitore nicht in einer richtigen Reihenfolge, so muss man jetzt nicht hinter den Rechner krebsen und die Kabeltauschen oder die Monitore verrücken. Der Software-Wizard fragt nun immer an dieser Stelle, ob er gestartet werden will. In diesem Fall sollte auf "Ja" geklickt werden. Sollten bereits alle Monitore in der korrekten Reihenfolge angezeigt sein, so ist man fast am Ende angelangt und es kann auf den 6. Punkt gesprungen und beim Wizard auf "Nein" geklickt werden.
5. Monitorwizard
Nun färbt der Wizard alle Displays in der Monitorgruppe schwarz ein und der Catalyst zeigt die Gruppenanordnung. Anschließend wird bei einem Gerät die Farbe von schwarz auf blau gewechselt. Jetzt muss im Catalyst das Display angeklickt werden, welches blinkt.
Die Prozedur endet erst, wenn alle Monitore der Gruppe in der richtigen Reihenfolge sind.
6. Displaymodi verändern
Um die Auflösung, Farbtiefe oder Wiederholungsrate der Displaygruppe zu verändern, klicke auf das Dreieck und anschließend auf "Properties". Dort angekommen finden sich die kombinierten Auflösungen der angeschlossenen Monitore an den Grafikadapter.
Wenn jetzt alles einwandfrei funktioniert und die Monitore korrekt in der Displaygruppe arbeiten, dann habt ihr erfolgreich Eyefinity eingerichtet und zum Laufen bekommen. Und damit soll es das auch schon gewesen sein.
Wer zum Lesen etwas faul sein sollte, kann auch durch ein englischsprachiges Video bei der Eyefinity-Einrichtung begleitet werden. Zum Video:
Link.
Bilderquelle:
AMD