Dadurch, dass es einige CrossFire-User in diesem Forum gibt und auch ich schon einige Male in den Genuss von ATI-Multi-GPU gekommen bin, finde ich es genau richtig, wenn es hier auf Radeon3D.org ebenfalls einen entsprechenden Sammler gibt.
Darüberhinaus möchte ich auch gerne mit euch die Neulinge in dieser Materie willkommen heißen und mit den sinnvollen Beiträgen und Hilfen eine gute Stütze für den Start mit CrossFire bieten.
Besonders weil die Grafikkarten derzeit leicht erschwinglich sind und man dadurch leichter zu einem Doppelpack greift, sollte es eine breite Community geben, die ihre Eindrücke und Erfahrungen schildert.
Eigentlich ist dieser Thread weniger auf die Entstehungsgeschichte sowie Hintergrundinformationen fixiert, daher lasse ich die sachlichen Fakten mit dem Spoiler versteckt, da sonst der Lesefluss für den Großteil der User mehr oder weniger beeinträchtigt ist. Wer dennoch Interesse an den genaueren Informationen bezüglich ATI CrossFire hat, kann sich diese mit einem Klick auf „Zeige Spoiler“ anzeigen lassen.
Das technische Grundgerüst für die Verwendung mehrerer ATI Grafikkarten wird am 27. September über fünf Jahre alt. Diese Technik hört auf den Namen ATI CrossFire und dient für die Nutzung von Multi-GPU im heimischen Computer. ATI (und später AMD) konnte seit der Markteinführung vieles verändern und weiterentwickeln. Anfangs musste die neue Technik mit schlechter Optimierung und bescheidenen Treibern kämpfen und Jahre der Weiterentwicklung machen CrossFire zu einer attraktiven Option, um die Leistung zu steigern. In der Theorie sollen sich die Frameraten verdoppeln, da die Grafikkarten abwechselnd die Bilder rendern und sich somit die Last teilen. Dies ist leider nur bei sehr hohen Auflösungen, guter Optimierungs- und Programmierkunst der Softwareschmiede und einer potenten CPU der Fall. Ansonsten limitieren Komponenten oder die Software weist die Grafikkarten nur schlecht in die Arbeit ein und ist somit der Flaschenhals. Abgesehen von Microrucklern tritt ein derartiges Phänomen nur seltener auf, da die Spieleentwickler meistens sehr gut mit den Hardwareherstellern zusammenarbeiten und auch die Treibercrew im Nachhinein oft am letzten Schliff feilen.
CrossFire ist vergleichbar mit der Konkurrenztechnik SLI von Nvidia, nur ist die Multi-GPU Technik von ATI bei der Mainboardwahl bei weitem nicht so wählerisch, wie es SLI ist. CrossFire ist mit jeder Platine kompatibel, die mehr als einen PCI-Express x16 Steckplatz aufweist und über einen Chipsatz von Intel oder AMD verfügt. Nvidia Platinen bieten zwar die physikalische Kompatibilität, aber der Treiber verweigert jegliche CrossFire-Funktion mit einem derartigen Untersatz. Außerdem ist die physikalische Anbindung der Steckplätze von großer Bedeutung, da bei verringerter Anbindung oft sehr viel Leistung verschenkt wird.
Ein weiterer Vorteil von CrossFire, der allerdings nicht so groß ausfällt, wie im Vorfeld spekuliert, ist die flexiblere Unterstützung von Grafikkarten im direkten Vergleich zu SLI, wo mindestens GPU und Taktrate, meist auch Board- und BIOS-Revision identisch sein müssen. CrossFire bietet hier die Möglichkeit, innerhalb einer Chipfamilie beliebig die Karten zu mischen.
Die Kommunikation der Grafikkarten in einem CrossFire-Verbund hat sich seit der Markteinführung geringfügig verändert: Aus einer externen Kabelverbindung mit einer exotischen (und teuren) Master-Karte wurde das Ganze mit der X1950 Pro und X1650 XT im Oktober 2006 vereinfacht. So verschwanden auch die ersten Kinderkrankheiten wie die Beschränkung auf 60 Hz in hohen Auflösungen. Eine interne Steckverbindung, die von AMD als nativ bezeichnet wird, verbindet zwei baugleiche Grafikkarten über die CrossFire-Brücken.
Mit der Veröffentlichung der Spider-Plattform im November 2007 machte die Technik einen weiteren Schritt mach vorne. Neben einer neuen Marketingwelle gab es neue Logos und eine Veränderung im Namen. CrossFire bekam den Zusatz X am Ende und bringt als Hauptneuerung die Kompatibilität mit bis zu vier Grafikkarten bzw. bis zu vier Grafikprozessoren mit.
Die Mainboardwahl
Bei der Wahl eines CrossFire-Systems kann man beim Mainboardkauf nur wenig falsch machen. Es gibt nur zwei Dogmen, die immer eingehalten werden müssen, um überhaupt CrossFire mit mehreren Grafikkarten zu ermöglichen.
1. Die Platine muss mindestens über zwei PCI-Express x16 Steckplätze verfügen
2. Es darf KEIN reiner Nvidia Chipsatz zum Einsatz kommen
Physikalische Anbindung:
Die Mainboardhersteller haben schon oft gezeigt, dass ein PCI-Express x16 Port eine geringere Anbindung an das Mainboard haben kann. So gibt es vorwiegend bei Intel-Platinen im günstigeren Bereich Schnittstellen mit einer geringeren Anbindung. Solange der zweite PCI-Express 16x Port noch eine achtfachte Anbindung gewährleisten kann, ist das Problem nicht ganz so schwerwiegend. Sollte aber der Slot nur mit einer vierfachen Anbindung versehen worden sein, so kann dies unter CrossFire bis zu 50% Leistungseinbußen nach sich ziehen.
Also achtet bei dem Kauf immer auf eine Platine, die mindestens 16x für den ersten und x8 für den zweiten PEG-Slot aufweist. Idealer wäre natürlich eine Platine der zweiten PCI-Express Generation, die über 32 oder gar 40 Lanes für die Grafikkartenslots verfügt. Diese Lanes werden dann immer auf die verwendeten Steckplätze aufgeteilt.
Wenn ihr noch weitere Mainboards sinnvoll findet, könnt ihr sie gerne im Thread nennen. Natürlich werden diese von mir hinzugefügt.
Rendermodi mit ATI CrossFireX:
SuperTiling
Bei SuperTiling wird das Bild gleichmäßig in ein Schachbrettmuster aufgeteilt. Beispiel:
Karte 1 rendert die "schwarzen" Felder eines Bildes
Karte 2 rendert die "weißen" Felder eines Bildes
Dies ist ein sehr effizienter und effektiver Standard für Direct3D-Anwendungen, um so zwei Grafikprozessoren gleichmäßig auszulasten.
SCISSOR
Im Crossfire Scissor Mode rendern zwei Grafikkarten je die Hälfte eines Bildes. Beispiel:
Karte 1 rendert die obere Hälfte eines Bildes
Karte 2 rendert die untere Hälfte eines Bildes
Dieser Render-Mode fand häufger Einzug in OpenGL-Anwendungen.
AFR - Alternate Frame Rendering
Crossfire "Alternate Frame Rendering" lässt alle geraden Frames auf der ersten GPU rendern, während alle ungeraden Frames auf derzweiten GPU gerendert werden. Daie ausgefüllte Frames aus beiden GPUs werden dann kombiniert und an das Display geschickt. AFR ist derzeit der schnellste Modus für Multi-GPUs und ist daher neben der Einfachheit der Implementierung auch wegen der Geschwindigkeit bei allen Herstellern sehr beliebt.
Super AA
Super AA Modus bietet noch höhere Anti-Aliasing Qualität. Es ist ein neuer Qualitätsmodus, bei dem beide Grafikkarten denselben Frame mit verschiedenen FSAA Pattern berechnen. Damit sind größere FSAA Faktoren möglich.
ATI CrossFire mit zwei Karten - So geht's:
Einfach zwei Grafikkarten der gleichen Serie und im Idealfall mit identischer Speicheraustattung und Taktrate auf einem CrossFire-tauglichen Mainboard zum Einsatz bringen. Anschließend werden die beiden Karten über die zum Slotblech nächstliegenden Brückenköpfe verbunden. (Siehe Bild)
Sollte es doch vorkommen, dass eine CrossFire-Brücke nicht im Karton mitgeliefert wurde oder zerstört wurde, kann man welche HIER nach bestellen.
CrossFire mit bis zu vier Karten.:
Tripple- und Quad-CrossFire sind noch ein recht junges Feature von CrossFireX, welches im November 2007 mit der Spider-Plattform und der HD 3800 Serie veröffentlicht wurde. Mit Hilfe einer AMD 790FX Platine konnten bis zu vier Grafikkarten in CrossFire verwenden. Mit dem Aufkommen der Multi-GPU Grafikkarten, die immer zwei Grafikchips auf einer Platine zusammen kommunizieren lassen, ist es weniger üblich alle Slots des Mainboards mit Zusatzkarten zu bestücken. Jetzt kann eine Karte die Aufgabe von zweien bewältigen. Dennoch kann jeder, der über ein Mainboard mit drei oder vier PEG-Slots verfügt, sich diese Option offen halten.
Die Installation erweist sich als sehr simpel. Da aber die Anordnung der PCI-Express Slots bei vielen Mainboards variieren kann, sollte ggf. die genaue Anordnung der Grafikkartensteckplätze verraten.
ATI CrossFireX - Multi-GPU Ready - auch bereit mehr Geld auszugeben?:
Welche Grafikkarten gut zusammen passen zeigen die folgenden Illustrationen. Bilder sagen mehr als tausend Worte.
ATI CrossFireX - was noch zu beachten gilt:
Sicher denken Frischlinge, dass man im Treiber doch soviel einzustellen hat, um CrossFire mit mehreren Grafikkarten zu ermöglichen. Voreingenommenheit bringt einen nie weiter und schon gar nicht bei dem einfachen Thema CrossFire. Das Einzige, was zu beachten gilt, ist dass Catalyst AI unbedingt auf "Standard" gestellt sein muss. Ansonsten wird CF komplett deaktiviert.
Das Betriebssystem:
CrossFire-Nutzer mit zwei Grafikkarten können beim Thema Betriebssystem schnell aufatmen und sowohl zu aktuellen Windows-Versionen sowie das betagtere Windows 2000 oder XP greifen. Werden jedoch drei oder vier Grafik-Chips bevorzugt, führt kein Weg um Windows Vista oder Windows 7 herum. Der Grund ist bei der internen Direct3D-API zu finden, der ab Windows Vista in der zehnten Generation anschlägt und von Haus aus Multi-GPU besser verkraftet als der Vorgänger.
Der Treiber:
Wer ein relativ neues CrossFire-System sein eigen nennt, sollte stets von den aktuellsten Treibern Gebrauch machen. Diese könnt ihr direkt von Radeon3D.org oder AMD beziehen.
Optimierungen und Tricks:
ATI CrossFireX ist mit seinem fortschrittlichen Alter von fünf Jahren immer noch keine Perfektion geglückt und so kann es bei einigen Anwendungen vorkommen, dass diese nur mäßig bis schlecht mit einem Multi-GPU System aus dem Hause AMD harmonieren. Die Folgen von fehlender oder schlechter CrossFire-Funktionalität von Software sind leicht zu deuten. Framerateneinbrüche, Microruckler und Grafikfehler sind typische Indizien für die CrossFire-Inkompatibilität von Programmen
Um diese Phänomene einigermaßen auszutricksen gibt es zwei Möglichkeiten. Zwar sind diese nicht immer erfolgsversprechend aber sie können die längere Wartezeit auf neue Catalyst Treiber und CF-Optimierungen überbrücken.
Die erste und einfachste Methode ist das Exe-Umbenennen von Spiele-Verknüpfungen. Einfach bei dem Spiel, welches keine CF-Funktion aufweist den Namen mit einem aus der folgenden Liste ändern und fertig.
Die Zweite Methode ist das Verwenden von ATI CrossFire Xtension in der Version 1.4. Neben dem Erzwingen von CrossFire lassen sich speziell für Anwendungen Parameter an dem AA/AF-Modi sowie am Rendering Modus vornehmen.
Natürlich kann es hilfreich sein, wenn ihr die folgenden Updates für Windows Vista installiert habt. Sie steigern die Leistung von CrossFire-Sytemen unter Windows Vista.
CrossFire macht nur dann Sinn, wenn auch das Netzteil genug Saft und ausreichende Reserven bieten kann. Eine stabile Spannungsversorgung ist Grundvoraussetzung für eine Multi-GPU Plattform.
Grundsätzlich sei noch hinzugefügt, dass wenn auf Adapterkabel verzichtet wird, Netzteile verwendet werden müssen, die mindestens folgende Anzahl an PCI-Express Steckern zur Verfügung stellen:
2 x HD 4850 = 2 x 6-Pin Stecker
max. Verbrauch ca. 210 Watt (bei Volllast)
2 x HD 4870 = 4 x 6-Pin Stecker
max. Verbrauch ca. 286 Watt (bei Volllast)
2 x HD 4870 X2 = 2 x 6-Pin + 2 x 8-Pin Stecker
max. Verbrauch ca. 572 Watt (bei Volllast)
ATI Hybrid CrossFireX:
Ein weiterer Technikzweig von CrossFire ist ATI Hybrid CrossFireX. Dieses Feature wurde für den Einstiegs- und Mainstreamsektor im Desktop- und Notebook Märkt entwickelt. Mit Hilfe dieser Technik lässt sich die Grafikleistung der Onboard-GPU des Chipsatzes mit der einer diskreten Grafikkarte bündeln. Dadurch kann man einem kleinen Bürohengst oder HTPC eine bessere Spieleperformance entlocken, ohne großartig viel Geld in eine teure Mainstream oder Performance-Karte zu investieren.
Für Hybrid CrossFireX werden nur eine Hybrid CF-taugliche Hauptplatine in Form einer 780G-, 785G- und 790GX Mainboards sowie eine kleinere Grafikkarte wie die HD 2400, HD 34x0 und 43x0 benötigt.
Der Unterschied zwischen ATI CrossFireX und ATI Hybrid ATI CrossFireX findet sich leicht. CrossFireX ermöglicht zwei oder weitere diskrete Grafikprozessoren mit einander zu arbeiten, um so die Systemleistung in Windows XP und Windows Vista zu steigern. ATI Hybrid CrossFireX hingegen verbessert die Systemleistung nur unter Windows Vista und dies mit der gleichen Zusammenarbeit des integrierten Grafikprozessors und einer diskreten Grafikkarte.
Nichts, das sich zu haben lohnt, fällt einem in den Schoß. ツ
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 24.04.2010 23:18 von AViVo.)
13.07.2009 18:25
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Mit einer einfachen Registrierung verschwinde ich dauerhaft.
NightHawk
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Ich würde diese Rendermodi gerne mal ausprobieren aber ich suche die Funktion gerade verzweifelt. Weisst du wo ich das im CCC einstellen oder brauch ich noch n' extra Tool?
MFG NightHawk
14.07.2009 19:29
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Yaa
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Zitat:Die Zweite Methode ist das Verwenden von ATI CrossFire Xtension in der Version 1.4. Neben dem Erzwingen von CrossFire lassen sich speziell für Anwendungen Parameter an dem AA/AF-Modi sowie am Rendering Modus vornehmen.
(14.07.2009 19:29)NightHawk schrieb: Ich würde diese Rendermodi gerne mal ausprobieren aber ich suche die Funktion gerade verzweifelt. Weisst du wo ich das im CCC einstellen oder brauch ich noch n' extra Tool?
MFG NightHawk
Kannst du nicht einstellen, nimmt der Treiber von alleine her!
Ja der Treiber nimmt automatisch den "besten" Rendermodus. Wobei sich die Treibercrew von AMD es sich auch leicht machen kann. Ich unterstelle denen mal, dass sie sich mit Absicht nur noch auf Alternate FrameRendering kontrieren, da es wohl für drei oder vier GPUs auch noch akzeptabel skalliert, während der Skizzor oder SuperTile wohl sich nur auf zwei beschränken.
Dummerweise treten Microruckler, soweit ich weiß, nur bei dem AF Renderer auf. Argh was für eine Zwickmühle.
Nichts, das sich zu haben lohnt, fällt einem in den Schoß. ツ
Bringt nix, warum auch? HDMI ist zu DVI abwärtskompatibel und bietet die Möglichkeit den Sound noch zu übertragen. Bildverbesserungen an sich bringt HDMI nicht.